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Wolframelektroden tragen einen Farbcode am Ende, der die zugesetzte Legierung kennzeichnet (DIN EN ISO 6848). Die richtige Sorte entscheidet über Zündverhalten, Standzeit und Schweißqualität. Dieser Überblick zeigt, welche Farbe für welchen Werkstoff und welche Stromart passt.
Was der Farbcode bedeutet
Der Farbring am Elektrodenende kennzeichnet das Oxid, das dem Reinwolfram beigemischt ist. Dieses Oxid verbessert Zündung, Lichtbogenstabilität und Standzeit gegenüber reinem Wolfram. Genormt ist die Kennzeichnung in DIN EN ISO 6848.
Die wichtigsten Sorten im Überblick
- WL15 (gold) — 1,5 % Lanthanoxid. Der Allrounder: zündet leicht, hohe Standzeit, für Gleich- und Wechselstrom, nicht radioaktiv. Für die meisten Anwendungen erste Wahl.
- WP (grün) — Reinwolfram. Klassiker für Wechselstrom an Aluminium und Magnesium; bildet die typische Kugelkalotte am Ende.
- WC20 (grau) — 2 % Ceroxid. Sehr gut bei kleinen Strömen und Gleichstrom, auch Wechselstrom; nicht radioaktiv, beliebter Thorium-Ersatz.
- WT20 (rot) — 2 % Thoriumoxid. Sehr gute Zündung und Standzeit bei Gleichstrom/Stahl, aber leicht radioaktiv – wird zunehmend durch WL/WC ersetzt.
- WZ8 (weiß) — 0,8 % Zirkonoxid. Für Wechselstrom-Aluminium, wenn höchste Reinheit der Schweißnaht gefragt ist.
Welche Stromart zu welcher Sorte passt
Für Stahl, Edelstahl und die meisten Gleichstrom-Anwendungen sind WL15 (gold) und WC20 (grau) die sichere Wahl. Für Aluminium und Magnesium im Wechselstrom eignen sich WP (grün) und WZ8 (weiß), da sie die für AC nötige Kugelform am Elektrodenende stabil halten. WL15 funktioniert sowohl bei Gleich- als auch bei Wechselstrom und ist deshalb der praktische Allrounder.
Durchmesser und Anschliff
Der Durchmesser richtet sich nach der Stromstärke: je höher der Strom, desto dicker die Elektrode. Bei Gleichstrom wird die Spitze in Längsrichtung angeschliffen (spitzer Anschliff = stabiler, eng gebündelter Lichtbogen); bei Wechselstrom wird das Ende verkugelt. Ein sauberer, längs geschliffener Anschliff verbessert Zündung und Nahtbild deutlich.
Häufige Fragen
Welche Wolframelektrode ist die beste für Edelstahl?
Für Edelstahl im Gleichstrom (DC) sind WL15 (gold) und WC20 (grau) die gängige Wahl: leichte Zündung, stabile Standzeit und nicht radioaktiv.
Sind thorierte (rote) Elektroden noch erlaubt?
WT20 (rot) ist leicht radioaktiv. Sie sind nicht verboten, werden aber aus Arbeitsschutzgründen zunehmend durch Lanthan- (WL) oder Cer-Elektroden (WC) ersetzt, die vergleichbare Eigenschaften ohne Radioaktivität bieten.
Welche Elektrode nehme ich für Aluminium?
Aluminium wird mit Wechselstrom (AC) geschweißt. Geeignet sind WP (grün) und WZ8 (weiß); auch WL15 (gold) lässt sich für AC einsetzen.
Wie wähle ich den richtigen Durchmesser?
Der Durchmesser hängt von der Stromstärke ab: höhere Ströme brauchen dickere Elektroden. Als Orientierung wählt man die Elektrode so, dass sie im oberen Bereich ihres zulässigen Strombereichs arbeitet.